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24.01.23

Die generalistische Pflegeausbildung – praktische Tipps zur Umsetzung

Mit Inkrafttreten des Pflegeberufegesetzes (PflBG) wurden viele Dinge in der Ausbildung anders geregelt. Für die ausbildenden Pflegeeinrichtungen stellt das zum Teil noch immer eine große Umstellung dar. Es gibt zwar eine Vielzahl engagierter Akteure, wie Praxisanleitende, die sich einrichtungsübergreifend vernetzen und gemeinsam Arbeits- und Lernaufgaben erarbeiten oder Träger der praktischen Ausbildung, die Ihre Kooperationspartner dazu einladen einen Ausbildungsverbund zu gründen. Auch Pflegeschulen übernehmen zum Teil deutlich mehr Aufgaben für Ihre Praxisstätten, als dies im Rahmen der Kooperationsverträge festgehalten wurde. Es ist jedoch vor allem die Praxisanleitung in den Ausbildungsstätten mit denen viele Auszubildende unzufrieden sind, das zeigt der
Unsere Tipps zur Umsetzung der generalistischen Pflegeausbildung sind nützliche Hinweise und praktische Anregungen aus der Praxis, wie die generalistische Pflegeausbildung für alle Beteiligten gut geplant und umgesetzt werden kann. Wir sind überzeugt, dass mit Blick auf den herrschenden Pflege(fach)kraftmangel und all den daraus resultierenden Konsequenzen die Investition in eine gute Pflegeausbildung, das Beste ist, was Sie für Ihre Einrichtung leisten können!

Die Brandenburger Verbände der freien Wohlfahrtspflege unterstützen Sie gerne dabei. Bei konkreten Fragen senden Sie eine E-Mail an Stefanie Handke, DRK-Landesverband Brandenburg e.V.

Vorbereitung und Organisation der Praxiseinsätze

Die Träger der praktischen Ausbildung (TpA) sind für die Sicherstellung der Praxiseinsätze während der Ausbildung verantwortlich. Mit Unterzeichnung des Ausbildungsvertrages sollte die auszubildende Person eine Übersicht über die inhaltliche und zeitliche Gliederung der praktischen Ausbildung über den gesamte Ausbildungszeitraum erhalten.
Eine übersichtliche Darstellung über die verschiedenen Elemente der Ausbildung finden Sie auf dem Ausbildungsportal Pflege.

Unser Tipp:
Eine eigene grafische Darstellung des Ausbildungsverlaufs kann dabei unterstützen, die Praxisanleitung in Ihrer Einrichtung gut vorzubereiten!
Für die Planung des praktischen Einsatzes empfehlen wir die Broschüre Rahmenpläne der Fachkommission nach § 53 PflBG:
  • Das Dokument beinhaltet die Rahmenlehrpläne für den theoretischen und praktischen Unterricht (Pflegeschule) sowie die Rahmenausbildungspläne für die praktische Ausbildung (ausbildende Pflegeeinrichtungen).
  • Im hinteren Teil (ab Seite 199) sind je nach Setting und Einsatz mögliche Kompetenzen, die in den Praxisphasen angebahnt und gestärkt werden sollen, aufgeführt.

Wichtig!
Als TpA tragen Sie auch die Verantwortung für die Sicherstellung der Praxisanleitung bei den Kooperationspartnern Die Entwicklung guter Kommunikationsstrukturen ist für diese Aufgabe sehr bedeutsam!

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Finden von Kooperationspartnern

In der generalistischen Pflegeausbildung ist es vorgesehen, dass Auszubildende ihre Praxiseinsätze in verschiedenen Settings durchlaufen müssen. Doch nicht alle Praxiseinsätze können in der eigenen Organisation absolviert werden. Viele Träger der praktischen Ausbildung müssen daher Kooperationen mit anderen Versorgungseinrichtungen eingehen. Es hat sich gezeigt, dass Kooperationspartnerschaften besonders für den ambulanten, pädiatrischen und psychiatrischen Einsatz gesucht werden. Wir empfehlen folgende zwei digitale Vernetzungstools für das Suchen und Finden von Kooperationspartnerschaften:

Ausbildungsportal Pflege

Mit dem Ausbildungsportal Pflege finden Brandenburger Ausbildungsträger zueinander: Sie finden Kooperationspartner in Ihrer Region UND können auch geeignete Kooperationsplätze anbieten. Das Ausbildungsportal Pflege ist darüber hinaus auch Stellenportal für freie Ausbildungsplätze. Und: das Informationsportal des Brandenburger Sozialministeriums und der LIGA Brandenburg bietet umfassende und detaillierte Informationen rund um alle Themen der Pflegeausbildung!

Das Prinzip ist einfach: Je mehr Ausbildungsträger und kooperierende Einrichtungen sich beteiligen und freie Plätze eintragen, desto einfacher kommen Angebot und Nachfrage der Plätze für die praktischen Einsätze in Brandenburg zusammen. Nach der Registrierung können Sie für Ihre Einrichtung ein Profil anlegen und werden damit online sichtbar für potenzielle Kooperationspartner. Zudem finden Sie wichtige Informationen und übersichtliche Grafiken rund um die Ausbildung.

Koordinierungsstelle Pflegeausbildung – für Berliner und Brandenburger Einrichtungen

Mit einer Registrierung bei der Koordinierungsstelle Pflegeausbildung, kurz KOPA, können Sie über die Praxiseinsatzbörse einerseits andere Einrichtungen für die gemeinsame Ausbildung suchen und finden. Andererseits profitieren Sie auch von einem großen Informationsangebot rund um die Generalistik. Werfen Sie unbedingt einen Blick in den Veranstaltungskalender!

Empfehlung zu Kooperationsverträgen

Die Kooperationspartner der Pflegeausbildung müssen untereinander einen Kooperationsvertrag abschließen. Unterschieden wird dabei zwischen Einzelverträgen (Vertrag von zwei Kooperationspartnern) und Verbundverträgen. Einen Verbundvertrag unterzeichnen mehrere Kooperationspartner und haben diesen im besten Fall auch gemeinsam erarbeitet. Wir empfehlen Ihnen die Broschüre Kooperationsverträge in der beruflichen Pflegeausbildung des Bundesinstituts für Berufliche Bildung (BIBB). Hier finden Sie auch konkrete Formulierungsvorschläge, um einen Vertrag mit Ihrem Kooperationspartner auszugestalten. .

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Praxisanleitung

Die Planung und Gestaltung einer gut strukturierten Praxisanleitung ist sicher eine der größten Herausforderungen in der Ausbildung. Praxisanleitende stehen hier zum Teil neuen und bislang ungewohnten Anforderungen gegenüber. Hier gilt es, möglichst früh und schon in der Planung, den Austausch mit anderen Praxisanleitenden zu suchen. Ein einrichtungsübergreifender Austausch kann wichtige Fragestellungen aus der Praxiserfahrung anderer klären und dabei unterstützen, ein eigenes Ausbildungskonzept zu entwickeln.

Neksa – Neu kreieren statt addieren

Bei Fragen rund um die Praxisanleitung sind alle Materialien, Veranstaltungen und Austauschmöglichkeiten des Projektes "Neksa - Neu kreieren statt addieren" der TU Cottbus-Senftenberg sehr zu empfehlen. Das Projektteam ist spezialisiert auf die curriculare Entwicklung, die praktische Ausbildungsplanung, die strukturierte Praxisanleitung inklusive der einrichtungsspezifischen Entwicklung von Arbeits- und Lernaufgaben. Zudem arbeitet das Projekt jetzt auch zur Einführung der neuen Ausbildung Pflegefachassistenz, die ab April 2024 angeboten werden soll.
Unser Tipp:
Die Plattform Yammer bietet einen bundesweiten Austausch von Praxisanleitenden zu allen relevanten Fragen.

Ausbildung im Setting Ambulante Pflege

Die Handlungsanleitung Ausbildung in der ambulanten Pflege des Berliner Bündnisses für Pflege bietet Unterstützung bei der Planung des praktischen Einsatzes im ambulanten Bereich. Sie gilt vorrangig für Berlin, andere Länderspezifika sind zu beachten!

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Informationen der Brandenburger Landesregierung zur Finanzierung und Umsetzung

Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz (MSGIV)

Die Themen Finanzierung und Refinanzierung der Ausbildung spielen eine relevante Rolle für die ausbildenden Pflegeeinrichtungen. So werden beispielsweise die Aufwendungen, die Ihnen durch die Sicherstellung der Praxisanleitung entstehen, durch Ausgleichszuweisungen refinanziert. Der TpA leitet diese an die weiteren Kooperationspartner zur Deckung ihrer Kosten weiter.

Landesamt für Versorgung und Soziales Land Brandenburg (LASV)

Das LASV hat alle wichtigen Informationen zum Pflegefonds und darüber hinaus beispielsweise auch Anleitungen für die Jahresschätzmeldung und die Aktualisierungsmeldung auf seiner Website eingestellt.

Achtung:

Zur Ermittlung des Finanzierungsbedarfs des Ausgleichsfonds und der Umlagebeträge ist das Mitwirken aller ausbildenden Einrichtungen gefragt. Sie unterliegen gesetzlichen Mitteilungsfristen, die Sie nicht versäumen sollten!

Landesamt für Arbeitsschutz Verbraucherschutz und Gesundheit

Die Anerkennung von Praxisstätten und den Praxisanleitenden sowie den Pflegeschulen regelt das LAVG. Alle Informationen finden Sie hier.

NÜTZLICH: Newsletter „Transfer und Vernetzung - Umsetzung der Pflegeberufereform“

Der Newsletter des Begleitprojekts „Transfer und Vernetzung - Umsetzung der Pflegeberufereform“ informiert über Arbeitsergebnisse aus dem Sozialministerium und andere Projekttätigkeiten, welche die Pflegelandschaft in Brandenburg bei der Durchführung der Generalistik unterstützen. Für die Anmeldung schreiben Sie eine E-Mail an: [E-Mail anzeigen].