Qualitätsgemeinschaft Pflege Brandenburg: Chirurgen und Pflegevertreter fordern Sofortprogramm für die Pflege
Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege Brandenburg
Arbeiterwohlfahrt Landesverband Brandenburg Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
Paritätischer Wohlfahrtsverband Brandenburg Caritasverband für das Erzbistum Berlin
Deutsches Rotes Kreuz - Landesverband Brandenburg Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland

10.04.2018 11:14

Chirurgen und Pflegevertreter fordern Sofortprogramm für die Pflege

Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) und der Deutsche Pflegerat haben darauf hingewiesen, dass aufgrund fehlender Pflegekräfte immer häufiger Operationssäle leer stünden und Intensivbetten gesperrt werden müssten. Sie fordern daher in einer gemeinsamen Stellungnahme ein steuerfinanziertes Sofortprogramm für 50.000 neue Planstellen in der Pflege. Zudem dringen sie in der Stellungnahme auf eine höhere Vergütung und Personalschlüssel, die Schweregrade bei der Versorgung „flexibel“ berücksichtigen sollen. 

Auf Intensivstationen müsse eine Pflegekraft nachts oft drei Patienten versorgen, beklagte DGCH-Präsident Jörg Fuchs. Dabei solle eine Pflegekraft auf Intensivstationen eigentlich maximal zwei Patienten betreuen, bei schwerem Organversagen sogar nur einen Erkrankten. DPR-Präsident Franz Wagner ergänzte, dass mittlerweile mehr als fünf Monate vergingen, wenn eine freie Stelle in der Pflege besetzen werden soll. Nach DPR-Einschätzung gibt es in Deutschland in den Krankenhäusern aktuell mindestens 50.000 Pflegefachpersonen zu wenig. Zudem fehlten immer häufiger operationstechnische, chirurgisch-technische und anästhesietechnische Assistenten, sagte Jörg Fuchs.

Der DGCH und  DPR fordern daher eine bessere Personalausstattung. „Ein steuerfinanziertes Sofortprogramm zur Schaffung von 50.000 Stellen ist erforderlich, um zeitnah spürbare Verbesserungen in den Besetzungen zu erreichen“, fordern Wagner und Fuchs. Die zusätzlichen Stellen dürften aber nicht durch einen vermehrten Dokumentationsaufwand der Bürokratie zum Opfer fallen, warnen die Experten.